Wussten Sie, dass bereits im ersten Jahr nach einem Schlaganfall ein zweiter auftreten kann?

Ursachen hierfür können die unzureichende Kontrolle der Risikofaktoren (erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Diabetes mellitus u.a.) und die lückenhafte Einnahme der notwendigen Medikamente sein. Leider ist die Behandlung nach einem Schlaganfall bislang ein Stiefkind in der Behandlungskette (Vorbeugung, akute Versorgung, Rehabilitation, weitere Betreuung) und sollte dringend verbessert werden.

Hierzu hat unser Förderverein seit April 2012 die Kosten für das Projekt „Stroke Nurse“ übernommen.


Betreuung durch die Stroke Nurse

Eine erfahrene Krankenschwester nimmt bereits auf der Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) an der Oberschwaben-Klinik Ravensburg mit den Patienten und ihren Angehörigen Kontakt auf und plant mit den Ärzten die weitere Betreuung. Dabei geht es um aufklärende Gespräche, Hausbesuche mit Motivation zur Kontrolle der Risikofaktoren, Medikamenteneinnahme und weiteren Behandlung.

Die Ziele sind

  • die Begleitung von Schlaganfallpatienten und ihren Angehörigen von Beginn der Behandlung auf der Stroke Unit für das erste halbe Jahr nach Krankenhausentlassung.
  • die Erleichterung der Krankheitsbewältigung.
  • eine optimale Ausnutzung der persönlichen und institutionellen Ressourcen in Hinblick auf medikamentöse, krankengymnastische, ergotherapeutische und logopädische Behandlung.
  • die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den ambulant betreuenden Ärzten und der Stroke Unit.
  • die Verhinderung neu auftretender Schlaganfälle nach der Entlassung aus der stationären Behandlung.

Die Halbtagsstelle der „Stroke Nurse“ wird seit April 2012 vom Förderverein gegen den Schlaganfall e.V. (gegründet 1999 „zur Verbesserung der Versorgung von Schlaganfallpatienten in der Region Oberschwaben“) aus Spenden finanziert.


Ergebnisse

Die Krankheitsbewältigung für Patienten und Angehörige wird wesentlich verbessert, die Zahl von Schlaganfallrezidiven (5,5%) innerhalb eines Jahres nach dem Erstereignis reduziert. Die Anbindung zur Weiterbehandlung durch niedergelassene Neurologen konnte von primär 20% nach dem ersten Jahr auf 60% im Januar 2015 gesteigert werden.